Rückblick zu unserem Klimafest
zum 1-jährigen des Weltladen am Brotmarkt
am 21.06.08

Exotische Klänge und ein außergewöhnlicher Gast bei der Klimaparty am Brotmarkt. Jhenny Munoz erzählte im Hinterhof des Weltladens von der Situation der indigenen Bevölkerung im peruanischen Regenwald.

Am 21. Juni hatte der Verein Eine-Welt-Partnerschaft e.V. zu einer Klimaparty auf dem Brotmarkt eingeladen. Vom frischen eis mit exotischen Früchte bis zur Modenschau war viel für die Sinne geboten. Unter den Gratulanten reihten sich auch Bürgermeister Paul Jakob, Landratsstellvertreter Hubert Endhart und viele andere ein, die seit Jahren der Solidaritätsarbeit des Vereins verbunden sind. Sie nutzten die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen und probierten die kulinarischen Genüsse am Buffet. Die Kinder hüpften auf dem Trampolin oder ließen sich vom Zauberer Trixini in den Bann ziehen.

Der Höhepunkt der Party, die auch zum einjährigen Umzug des Weltladens gefeiert wurde, war der Besuch von Jhenny Munoz. Die junge Frau vom indigenen Volk der Ashaninka ist mit 27 Jahren eine der jüngeren Delegierten, die wegen ihrer Verdienste zur stellvertretenden Landrätin ihrer Region gewählt wurde, um die Interessen ihres Volkes auf nationaler und internationaler Ebene zu vertreten.

Sie erzählte auf Spanisch, übersetzt von Heinz Schulze vom Nord-Süd-Forum München, was das Leben in Peru speziell im Regenwald prägt. Sie erzählte von den Bemühungen der sozial Schwachen und Armen, sich durch friedliche Aktionen gegen die ausbeuterische Politik der eigenen Regierung durchzusetzen.

Die Freigabe von 75% der landfläche für den Holzeinschlag oder die Rohstoffgewinnung durch die neoliberale Regierung bedroht die Lebensgrundlage der Menschen im Regenwald genauso, wie die Hinterlassenschaften der Ölförderung und die Umsiedelungen.

Die Abhängigkeit von fremder Hilfe werde z.B. durch den Aufbau einer eigenen Universität begegnet. Dort werden zweisprachige Lehrer oder Juristen ausgebildet, um die Kultur zu erhalten und die rechtliche Vertretung selbst übernehmen zu können. Aber auch nachhaltige Land- und Forstwirtschaft werden gelehrt, um den lokal und global so wichtigen Regenwald nicht zu zerstören. Sie unterschied in ihren authentischen Ausführungen zwischen Reichtum und Geldbesitz. So vertritt sie gegen die offizielle Politik ihres Landes den Standpunkt, dass der Reichtum auch in einem intakten Regenwald besteht, der nachhaltig bewirtschaftet eine sichere Lebensgrundlage darstellt, die mit Geld nicht zu bezahlen ist.

Bevor sie die Ketten zum Verkauf anbot, die in drei Dörfern von Frauengruppen hergestellt werden, appellierte sie noch an die 40 Zuhörer, sie gezielt zu unterstützen durch den Verzicht auf Tropenhölzer und durch Energie- und Rohstoffeinsparung. Denn der Ausverkauf ihres Landes sei durch den staatlich geförderten Raubbau eine große Gefahr für das Leben der Menschen in ihrer Heimat.

Ein weiterer Höhepunkt des Festes, mit dem der Verein auf die Klimapolitik aufmerksam machen wollte, war eine Modenschau. Vier Schülerinnen aus Rieden und zwei Herren zeigten, moderiert von Rosalie Nold und Monika Arker, Kleidung, die durch ihre Produktionsweise für gerechte Löhne und eine verringerte Pestizidbelastung sorgt. Umrahmt wurde das ganze Fest von Percussionist Luis Brugger, der allein oder mit einigen Ladnerinnen auf Trommeln aus dem Weltladen die Altstadt rund um den brotmarkt mit exotischen Klängen füllte.

Text: G. Rehm