Konvention der Weltläden
Kriterien für den Fairen Handel der Weltläden

Weltläden: ein Stück Welt von Morgen
Seit Anfang der 70er Jahre ist bekannt, dass die Länder des Südens im Welthandel entscheidend benachteiligt werden – und dass dies ihre Entwicklung entscheidend bremst oder gar verhindert. Eine große Zahl kirchlicher und sozialer Gruppen reagierte darauf mit dem Konzept des „Fairen Handels“, einer partnerschaftlichen Handelsbeziehung mit KleinproduzentInnen rund um den Globus. Heute gibt es rund 700 Weltläden in Deutschland und etwa 2.500 in Europa, die fair gehandelt Waren verkauften. Hinzu kommen einige Tausend Aktionsgruppen ohne festes Ladenlokal. Im Unterschied zu andern Anbietern „fair gehandelter“ Produkte bezieht sich der Anspruch der Weltläden an Fairen Handel auf alle, die an diesem Handel beteiligt sind:

  • die ProduzentInnen und ihre Organisationen,
  • die von den Weltläden akzeptieren Importeure und
  • Weltläden und Aktionsgruppen selbst.

die folgenden Kriterien sind die Grundlage unseres Modells von Fairem Handel:

Sozial- und Umweltverträglichkeit
Im Fairen Handel stehen die Menschen und ihre elementaren Bedürfnisse im Vordergrund. Seine Qualität besteht nicht nur in der Hochwertigkeit der gehandelten Produkte, sondern ganz besonders in sozialen Arbeitsbedingungen, in Handelskonditionen, die dazu beitragen, die Existenz der ProduzentInnen zu sichern und im Respekt für Mensch und Umwelt. Höhere Erlöse für die ProduzentInnen, Vorfinanzierung der Produktion/ der Ernte und die finanzielle Förderung sozialer Verbesserungen unterscheiden ihn vom „Normalen“-Handel.

Transparenz
Der Faire Handel der Weltläden bezieht seine Glaubwürdigkeit vor allem aus umfassender und wechselseitiger Transparenz: ProduzentInnen, Importeure und Weltläden gegen Einblick in ihre Zielsetzung, Arbeitsweise, Besitzverhältnisse, finanzielle Situation, Handelswege und Kriterien für die Auswahl ihrer Handelspartner.

Demokratische Strukturen
Ein partnerschaftliches Verständnis ist auch innerhalb der beteiligten Organisation maßgeblich. ProduzentInnen, Importorganisationen und Weltläden gewährleisten unabhängig von formalrechtlichen Strukturen eine ausreichende Mitbestimmung aller MitarbeiterInnen.

Non-Profit-Orientierung
Gewinnmaximierung (die Unterordnung anderer Aspekte unter die Erzielung eines höchstmöglichen Gewinns) ist kein Ziel des Fairen Handels der Weltläden.
Auf allen Ebenen des Handels werden Erlöse für Gemeinschaftsaufgeben und die Stärkung des Fairen Handels verwendet (z. B. Bildung, Zukunftsinvestitionen und Öffentlichkeitsarbeit).

Informations- und Bildungsarbeit
Information- und Bildungsarbeit zu den Problemen des Welthandels hat einen hohen Stellenwert in der Arbeit der Weltläden. Neben der Information zu Produkten und ProduzentInnen beteiligen sie sich an Kampagnen und politischen Aktionen und arbeiten dabei mit anderen Initiativen zusammen. Weltläden bevorzugen „politische“ Produkte, an denen sich die Situation der Herkunftsländer im Welthandel beispielhaft darstellen lässt.

Kontinuität
Kontinuität der (Handels-) Beziehungen ist die Grundlage für eine echte Partnerschaft im Fairen Handel der Weltläden: sie schafft die Verlässlichkeit, die der Welthandel nicht bietet. Kontinuität zeigt sich dabei in langfristigen Lieferverträgen, intensiver Beratung zur Weiterentwicklung von Produkten oder interner Weiterbildung auf allen Ebenen.

Regeln für Ergänzungsprodukte
Ergänzungsprodukte sind Produkte, deren Hauptrohstoffe nicht von HandelspartnerInnen in sog. Entwicklungsländern stammen, z. B. Umweltschutzpapier. Für sie gelten ähnliche Kriterien wie für die Produkte aus dem Süden. Ein inhaltlicher Bezug zu diesen Produkten und den Zielen der Weltläden muss gegeben sein. Ergänzungsprodukte müssen als solche kenntlich gemacht werden.

Nähere Informationen erhalten Sie im Weltladen!